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Crash-Kurs für Chili-Gärtner, Teil 5:

Schädlinge und ihre Bekämpfung

Chili-Pflanzen sind einfach aufzuziehen, brauchen relativ wenig Pflege und machen mit ihren schmackhaften und attraktiven Schoten viel Freude. Manchmal gibt's allerdings auch Verdruß, nämlich dann, wenn Schädlinge den Pepper-Pflanzen zu schaffen machen.

Hier die wichtigsten Miesmacher (und Gegenmittel) im Überblick: 


Anthracnose ist eine Pilzkrankheit; zu erkennen ist der Befall an kleinen geschrumpften, wässrigen Beschädigungen reifer Früchte. Die schadhaften Stellen sind mit dunklen Pilzsporen gefüllt und zeigen sich als charakteristische konzentrische Ringe. Allerdings bekommen Chili-Pflanzen diese Krankheit eher selten, sofern man sie weit genug entfernt von Bohnen pflanzt.

Werden sie dennoch befallen, hilft eventuell ein Fungizid; andernfalls sollte man die Pflanzen schnellstmöglich aus dem Garten entfernen und vernichten (verbrennen; nicht in den Kompost!). Weitere Hinweise siehe Pilzkrankheiten.

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Blattläuse und Spinnmilben gibt's manche Sommer überhaupt nicht, in anderen Jahren hingegen können sie zur wahren Plage werden.

Mehr als 800 verschiedene Arten gibt es bei uns; die Färbung ist sehr unterschiedlich. Besonders tückisch sind jene, deren Farbe genau dem Grün der Wirtspflanze angepasst ist. Sie erkennen die Schädlinge aber spätestens an klebrigen, bei weitergehender Schädigung verkrüppelten Blättern. Schon nach zwei Wochen sind Blattläuse fortpflanzungsfähig, sodass eine Saison bis zu zehn Generationen hervorbringen kann. Gegenmittel:  

   Flor-Fliege

Marienkäfer und Flor-Fliege: Die besten Freunde des Chili-Gärtners!

Zum Beispiel "Pirimor G" von Celaflor, das in Form handlicher Dosierkapseln angeboten wird - sie werden einfach auf eine spezielle Sprühflasche geschraubt, die man mit Wasser füllt. Dadurch wird der Wirkstoff ohne Hautkontakt mit dem Wasser vermischt; die Flasche kann durch den Kauf von Nachfüllpackungen der Kapseln immer wieder verwendet werden. Das Mittel ist laut Hersteller nützlingsschonend und bienenungefährlich. Es dringt in die Blätter ein, sodaß Blattläuse auch bequem auf den Blattunterseiten bekämpft werden. Gegen Spinnmilben hilft außerdem "Neudosan".

Ein weiteres weitgehend biologischen Mittel, mit dem wir gute Erfahrungen sammelten, ist das auf Rapsöl-Basis hergestelle Schädlingsfrei Naturen von Celaflor. Es wirkt gegen Blattläuse, Spinnmilben, weiße Fliegen und sogar Schildläuse, schont aber andererseits Nützlinge wie Marienkäfer, Flor- und Schwebfliegen.

Als Hausmittel kann man zwei bis drei Knoblauch-Knollen mit heißem Wasser übergießen, auf 10 Liter auffüllen und das Ganze ein paar Stunden oder über Nacht ziehen lassen. Die befallenen Pflanzen alle drei Tage mit der Knobi-Lösung besprühen.

Ein gutes biologisches Mittel zur Blattlausbekämpfung sind Marienkäfer. Finden Sie welche im Garten, sollten Sie sie in Ihre Pepper-Pflanzen umquartieren. Ansonsten kann man sie auf Wiesen und an Waldrändern sammeln. Freunde von uns in Los Angeles kaufen sogar Marienkäfer ("Lady Bugs") in einer Gärtnerei, um eine Dose voll davon zuhause als natürliche Schädlingsbekämpfer in ihre Blumenkästen zu setzen!

Bis zu 4000 Blattläuse vertilgt so ein Marienkäfer in seinem Leben. Und legt bis zu 700 Eier, auf deren Konto ebenfalls hunderte Blatt- und Schildläuse gehen.
 

Nutzinsekten-Nistkasten

Spezielle Nistkästen helfen, im Garten Nutz-
Insekten wie die Schlupf-Wespe anzusiedeln.


Ebenfalls ein guter Blattlaus-Vernichter ist die Schlupfwespe. Sie bohrt ihren Stachel in die Blattlaus und legt ein Ei darin ab. Sie lebt zunächst wie gewohnt weiter, aber in ihrem Inneren entwickelt sich das Schlupfwespen-Ei, bis sie schließlich das Zeitliche segnet. Die sich entwickelnde Schlupfwespe kann in ihrem zweiwöchigen Leben dann ihrerseits bis zu 1000 Eier legen und damit entsprechend viele Blattläuse vernichten. Für Chili-Gärtner eine nette Kettenreaktion!

Besonders für Gewächshäuser eignen sich auch räuberische Gallmücken sowie Florfliegen; letztere kann man auf fast jedem Dachboden einfangen.

Mehr zum Thema Blattlaus-Bekämpfung siehe auch unsere FAQ.

Pepperworld-Fan Sebastian F. steuert folgenden nützlichen Tipp bei:

Eine konzentrierte Spülmittellösung (Lösung ca. 250ml / 5L Wasser) zeigt aufgespritzt mit dem 5L Drucksprüher oder der Handspritzflasche beste Erfolge. So geht kein Gift in den Boden, die Tenside sind in kurzer Zeit in der Erde abgebaut und keine Nützlinge müssen an den Nebenerscheinungen von chemischen Pestiziden sterben. ;-)

Dieses Mittel funktioniert bei Blattläusen, Feuerwanzen, Raupen, weissen Fliegen, Blattspinnen und sonstigen Schädlingen die äußerlich Eiweißblocker aufnehmen können. Es immer einen Versuch wert! Kostet einen Drucksprüher für ca. 10€ und eine Flasche Billigspüli für 1€. Funktioniert auch indoor und wegen Kindern/Haustieren muss man sich auch keine Gedanken machen. 

--
Vielen Dank, Sebastian!

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Erdraupen und Würmer können vor allem Jungpflanzen zu schaffen machen, besonders beim Anbau im Freiland. Halten Sie die Plagegeister von ihren Pepper-Pflanzen fern, indem Sie ihnen schon beim Auspflanzen einen Pappkragen verpassen, den Sie 2 bis 3 cm tief ins Erdreich stecken. Recht praktisch ist die Verwendung von Pappbechern, aus denen man den Boden herausschneidet. Dies hilft allerdings nicht gegen Schädlinge wie Raupen, die von Schmetterlingen oder Motten schon als Ei auf der Pflanze abgelegt werden und darauf heranwachsen. Man sollte also stets ein Auge auf seine Chili-Pflanzen haben, wenn angefressene Blätter oder kahlgefressene Zweige auftreten.

Tomaten-Hornwurm

Gut getarnt: Tomaten- Hornwurm (lat. Manduca
quinquemaculata
) beim Chili-Festschmaus

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Griffelfäulnis an den Früchten entsteht, wenn zuwenig gewässert wird. An den Spitzen der Schoten bilden sich dunkle, eingefallene Stellen, die sich schnell ausbreiten.

Griffelfäulnis

 Maßnahmen: Achten Sie auf korrekte Bewässerung und entfernen Sie schadhafte Früchte und andere Pflanzenteile, um eine weitere Ausbreitung des Schadens zu vermeiden.

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Pilzkrankheiten sind ganz allgemein keine Seltenheit; viele erkennt man an hellen Stellen auf den Blättern. Sind nur wenige Blätter betroffen, sollten Sie diese entfernen und vernichten (nicht in den Kompost!). Arg befallene Pflanzen sind komplett zu entfernen, damit sie gesunde Pflanzen nicht anstecken. Zur Pilzbekämpfung eignet sich zum Beispiel "Pilzfrei Saprol" von Celaflor. Auch dieses Mittel ist in Form handlicher Dosierkapseln erhältlich. Laut Hersteller kann die Behandlung vorbeugend oder sofort nach Befall erfolgen. Auch wenn solche Mittel nicht bienengefährlich sind, sollte man die von den Herstellern angegebenen Wartezeiten bis zu Ernte und Verzehr der Früchte beachten.

Eine wichtige Vorbeugungsmaßnahme ist die gute Belüftung der Pflanzen; sie sollten zwar weder Zugluft noch der Gefahr durch Sturmschäden ausgesetzt werden; andererseits begünstigt fehlende Luftzirkulation besonders im Gewächshaus oder Wintergarten Pilzbefall, und damit Fäulnis und Schimmel.

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Schnecken mögen Chilis genauso gern wie Sie!

Wochenlang jeden Morgen dasselbe Drama, kürzlich sogar in in unserem Gewächshaus: Die ersten Schoten wurden reif, uns ausgerechnet schönsten zeigten zu unserem Entsetzen große Fraßlöcher! Schädlinge waren nicht auszumachen. Erst eine nächtliche Inspektion entlarvte die Bösewichte. Eine Schnecke hatte es irgendwie geschaft, ins Gewächshaus zu gelangen und sich tagsüber gut zu verstecken. Als wir sie samt Chilischoten zwecks Fototermin auf ein Brett setzten, hatte sie keine Probleme, zielstrebig weiter zu mampfen. Im Freiland ist die Schneckengefahr natürlich noch ungleich größer. Die Tiere mögen zwar langsam erscheinen, aber ein Exemplar kann in einer Nacht durchaus eine komplette Chili-Pflanze völlig kahl fressen (siehe Bild).

 

Schnecken   Schneckenfraß

Auch Schnecken wissen eine leckere Habanero-Schote zu schätzen.
Und selbstverständlich lassen sie sich auch die Blätter schmecken.
Tückischerweise sitzen sie dabei oft auf der Unterseite, sodass
man sie schwerer entdeckt.
 

Zudem sind Schnecken Zwitter, d.h. jede einzelne Schnecke kann Nachkommen produzieren, und zwar bis zu 400 Stück pro Jahr! Die Eier werden meist im August/September in Boden-Hohlräume abgelegt. Dort schlüpfen dann winzige Jungschnecken. Zur Überwinterung verkriechen sich die Tiere in frostfreie Verstecke wie Erdhöhlen, unter Fallaub usw., und Oktober/November beginnt dann der "Winterschlaf". In milden Wintern geht das große Fressen bisweilen schon ab Januar wieder los. Haupt-Fress-Saison der Plagegeister ist aber der Sommer. Und wenn's viel regnet, gibt's auch viele Schnecken.
 

Boldog-Chili-Pflanze nach Schneckenfraß

Ein Bild des Grauens: Diese Boldog-Pflanze
wurde in einer Nacht völlig kahl gefressen!

 

Die Liste der Abwehrmaßnahmen ist lang, und so manches Geheimrezept, das eine Saison funktioniert, klappt unter anderen 
Bedingungen nächstesmal nicht oder weniger gut. Hier unsere Tipps:

Schnecken manuell einsammeln. Diese zeitaufwendige Maßnahme (wir empfehlen Handschuhe!) ist sehr erfolgreich - allerdings nur dann wenn sie konsequent durchgezogen wird. Die beste Zeit dafür ist nach Einbruch der Dunkelheit mit der Taschenlampe sowie direkt nach einem Regenschauer. Dabei nicht die klassischen Schnecken-Verstecke vergessen - herumliegende Holzlatten, Dachziegel und Steine, umgedrehte Blumentontöpfe, Laubhaufen usw.

Im Fachhandel gibt es mechanische Schneckenzäune, die durch ihre scharfkantige Form effektiven Schutz bieten - vorausgesetzt, der Zaun ist lückenlos. Grundregel: 10 cm unter dem Boden, 10 cm über dem Boden anbringen und die Zäune stets sauber und unkrautfrei halten (rechtzeitig im Frühjahr aufstellen, auf jeden Fall vor dem Auspflanzen der Chilis).

Bodenbeschaffenheit - feinkrümeliger, trockener Boden hindert Schnecken am Kriechen; daher sollten Sie Ihre Chili-Pflanzen am besten punktuell am Stamm gießen (und je weniger Wasser die Blätter dabei abbekommen, umso schwerer können sich hier Krankheiten breitmachen).

Zudem nie abends gießen - Trockenheit ist der Hauptfeind der Schnecken. Gießt man morgens, ist es schon hell, was den den Tierchen nicht behagt, weil sie leichter Opfer gefräßiger Vögel werden.

Eine tiefe Bodenbearbeitung, falls unbedingt erforderlich, so spät wie möglich im Herbst (nach der Eiablage) durchführen. Beete am besten erst nach dem ersten richtigen Bodenfrost lockern (hilft bei der Zerstörung der Schneckenbrut).

Ein Ring aus Kalk, Eierschale oder Gesteinsmehl dicht um den Stamm der Chili-Pflanzen gestreut kann als Schutzwall helfen.

Was haben Franzosen und Igel gemeinsam? Sie essen gerne Schnecken. Wenn Sie einen Garten haben, bieten Sie Igeln ein Winterquartier - sie werden es Ihnen danken! Weitere natürliche Schneckenfeinde, denen Sie Lebensräume lassen sollten, sind Spitzmäuse, Maulwürfe (wenn's auch schwerfällt), Frösche und Kröten, Eidechsen, Vögel (Drosseln, Stare, Elstern etc.). Wenn's das Grundstück erlaubt, kann man auch die putzigen indischen Laufenten auf Schneckenjagd schicken - sind dann mal alle Schnecken weg, muß natürlich zugefüttert werden. Zu den Vertilgern von Eigelegen und Jungschnecken gehören der Laufkäfer und seine Larven, Kurzflügelkäfer, Leuchtkäfer (Glühwürmchen) nebst Larven und Hundertfüßler.

Die beliebte Bierfalle (ins Erdreich eingelassene Becher oder Dosen mit Bier) lockt Schnecken ins Verderben; sie ist allerdings nur wirklich sinnvoll in Verbindung mit einem gut gewarteten Schneckenzaun und wenn die angelockten aber nicht ins Bier gefallenen Schnecken regelmäßig eingesammelt werden. Wichtig: Behälter nicht völlig ebenerdig einlassen, damit keine Nützlinge hineinfallen (1-1,5 cm Oberkante helfen). Wir selbst finden Bierfallen eklig. Außerdem trinken wir das Bier lieber selbst :-)

Auch Kaffee trinken wir ja eigentlich eher selbst; laut NABU ist aber dessen gute Wirkung gegen Schnecken inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen. Geringe Konzentrationen halten die Tiere vom Fressen ab oder vertreiben sie, größere Konzentrationen sind sogar tödlich. Verantwortlich hierfür ist das Koffein, das wahrscheinlich als Nervengift wirkt. Soweit ausreichend vorhanden, kann man Kaffeesatz flächig ausstreuen oder ringförmig um die besonders zu schützenden Pflanzen ausbringen. Auch starker Bohnenkaffee hilft angeblich; er wird analog zu den anderen Tinkturen über die Blätter gesprüht.

Antischnecken-Pflanzen - Schnecken haben in ihren Fühlern einen Super-Geruchssinn, der favorisierte Pflanzen angeblich in mehreren hundert m Entfernung orten kann. Während Chilis sie ganz offensichtlich anzieht, fühlen sie sich unter anderem von Bohnenkraut, fleißigem Lieschen, Goldlack, Gazanie, Kamille, Kapuzinerkresse, Geranien und Tausendschön abgestoßen - diese Pflanzen eignen sich daher als wirksame und rein biologische Geruchsbarrieren

Anders sieht es bei Tagetes aus - das ist Lieblingsfutter für Schnecken. Man sollte sie daher zur Ablenkung von seinen Chilis entfernt pflanzen. Danke an den aufmerksamen Leser Josef W., er schreibt außerdem: "Um Schnecken in meinem Garten fernzuhalten streue ich ganz einfach Sägemehl oder Holzasche, denn das wollen die Schnecken nicht weil es an ihnen kleben bleibt. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht (einfach und billig)."

Um unnötige Schnecken-Lockpflanzen zu vermeiden, empfiehlt sich auch die sorgfältige Unkrautbeseitigung.

Ferramol® Schneckenkorn von Neudorff
Das blau eingefärbte Granulat wird von den Schnecken gefressen; der Wirkstoff: Eisen-III-phosphat (9,9 g/kg) bewirkt rasch eine starke Appetithemmung. Die Schnecken verkriechen sich im Boden, wo sie aufgrund der Fraßhemmung nach einigen Tagen verenden. Daher sind in den Beeten kaum tote Schnecken zu finden -- wohl aber angelockte lebende Exemplare, die es auch hier regelmäßig einzusammeln gilt. Sonst geht es Ihren Chilis womöglich wie unserer Boldog-Pflanze auf dem Bild rechts.

Die natürlichen Schneckenfeinde (Igel, Laufkäfer etc.) werden durch das anorganische Eisen-III-phosphat angeblich nicht  gefährdet; auch soll es unschädlich für Menschen, Vögel, Fische und Bienen sein. Zudem ist es ein natürlicher Bestandteil des Bodens, wo der Wirkstoff von Mikroorganismen in Eisen und Phosphat umgewandelt wird, die wiederum von den Pflanzen als  Nährstoffe verwertet werden. 

Nachteil: Eisen-III-phosphat wirkt auch gegen geschützte Schneckenarten wie die Weinbergschnecke, die mit Vorliebe Nacktschnecken-Gelege frisst - allerdings liebt auch sie Chili-Pflanzen!

Renate schwört auf jedenfalls Ferramol und streut es jede Saison aus. Allerdings ist meine Taschenlampen-Nachtschicht trotzdem regelmäßig von Erfolg gekrönt ;-)

In vielen anderen Schnecken-Abwehrmitteln steckt uns zuviel Chemie.

Für Hardcore- Schneckenhasser gibt es sogar elektrische Schneckenzäune. Neben den Kosten fragen wir uns allerdings, was als nächstes kommt: Lasergeführte Schnecken-Selbstschußanlagen?

Die wichtigste Antischnecken-Maßnahme ist und bleibt:
Wachsam sein, spät abends und in den frühen Morgenstunden sowie nach Regen alle Pflanzen genau inspizieren, Schnecken absammeln.

Übrigens...

Außer den Nacktschnecken gibts auch noch kleine Chili-Vielfraße mit Gehäuse, die Diskus-Schnecken. Schreckensbilder siehe hier!

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Unkraut - Zur allgemeinen Schädlingsvorbeugung ist es ratsam, die Chili-Pflanzen unkrautfrei zu halten, da auch über Unkräuter Krankheiten und Schädlinge eingeschleppt werden können und sie womöglich Schnecken anlocken (siehe oben). Da diverse Krankheiten im Erdreich wirken, sollten Sie beim Anbau im Freiland ihre Pepper-Plantage von Jahr zu Jahr mit anderen Pflanzen rotieren.


Tabakmosaikvirus (Tm, TMV) befällt nicht nur Tabakpflanzen; auch viele Pepper-Sorten können ihm zum Opfer fallen. Im kommerziellen Anbau in den USA ist es daher nicht erlaubt, Pepper-Plantagen in direkter Nachbarschaft zu Tabakfeldern anzulegen. Selbst Zigaretten und und deren Rauch können den TM-Virus noch übertragen, sodass man in der Nähe von Pepper-Pflanzen nicht rauchen und als Raucher vor Berührung der Pflanzen sich gründlich die Hände waschen sollte. Zu erkennen ist der TMV-Befall an den typischen mosaikförmigen Verfärbungen der Blätter. Befallene Pflanzen sollten Sie entfernen, damit sie gesunde Pflanzen nicht anstecken. Diverse Hybrid-Neuzüchtungen, insbesondere bei Gemüsepaprika, sind gegen TMV resistent.


Weiße Fliegen - nur ca. 1-2 mm lang - rücken Peppers besonders gerne im Gewächshaus, im Wintergarten oder in geheizten Räumen zu Leibe. Sie sind auch ein Zeichen dafür, daß die Luftfeuchtigkeit zu niedrig ist. Schlimm ist, daß sie auf die Pepper-Pflanzen auch Viren übertragen können.

Weiße Fliegen

Mit bloßem Auge oft schwer zu erkennen:
Winzige weiße Fliegen.
(Photo: Allen Boatman)

Ein gutes und unschädliches Gegenmittel gegen die winzigen Plagegeister sind die sogenannten Gelbtafeln von Neudorff, die einfach neben jeder Pflanze in die Erde gesteckt werden. Die gelbe Farbe der mit Leim beschichteten Tafeln zieht die Schädlinge an; sie bleiben dann einfach kleben.

Als Nützling lässt sich die Schlupfwespe (Encarsia formosa) auf die weißen Fliegen ansetzen.

Hilfreich ist hier auch das auf Rapsöl-Basis hergestellte Schädlingsfrei Naturen von Celaflor.

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Wichtige Hinweise zu Schädlingsbekämpfungsmitteln

Seit dem Nitrofen-Skandal ist auch das deutsche Pflanzenschutzgesetz wieder in aller Munde. Es gilt bereits seit dem 1. Juli 2001 und enthält wichtige Neuerungen, die die entsprechenden EU-Richtlinien umsetzen. Die Änderungen sollen zur Schonung der Umwelt und einem sichereren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln beitragen.

Viele alte Pflanzenschutzmittel dürfen nach dem neuen Gesetz, das sich auf einer entsprechenden EU-Richtlinie begründet, nicht mehr eingesetzt werden - das betrifft auch den heimischen Garten:

Nur noch zugelassene Pflanzenschutzmittel dürfen angewendet werden -- alle anderen sollten Sie als Sondermüll entsorgen. Außerdem dürfen die Substanzen nur strikt für das in der Gebrauchsanleitung angegebene Anwendungsgebiet verwendet werden. Beispielsweise dürfen Sie ein Blattlausmittel für Rosen nicht für Chilis oder andere Nutzpflanzen verwenden. in Haus und Garten dürfen nur noch solche Mittel eingesetzt werden, die auf der Packung einen entsprechenden Vermerk tragen. Für uns Hobbygärtner dürfen zudem nur noch Präparate in Kleinpackungen angewendet werden.

Alle Produkte, die heute im Fachgeschäft oder im Gartencenter angeboten werden, entsprechen den neuen gesetzlichen Erfordernissen hinsichtlich Kennzeichnung, Anwendungshinweisen und vorgeschriebener Packungsgrößen.

Schädlingsbekämpfung mit Neem

Eine besondere Hervorhebung verdienen die natürlichen Schädlingsbekämpungsprodukte, die aus dem Extrakt des Neembaumes gewonnen werden, zum Beispiel CELAFLOR® Schädlingsfrei Neem. Es ist nützlingschonend und wirkt nicht nur durch direktes Besprühen der Schädlinge. Vielmehr wird der Wirkstoff auch innerhalb der Pflanze transportiert, so dass manche saugende Insektenarten und Fliegenlarven selbst dann erfasst werden, wenn sie nichts abbekommen haben. CELAFLOR® Schädlingsfrei Neem gibts als Dosierkapseln und zum Sprühen z. B. in Gartenmärkten. Es wirkt gegen Blattläuse, Weiße Fliege, Thripse, Minierfliegen und Spinnmilben.

 

Bei allen Schädlingsbekämpfungsmitteln gilt, dass man sich genau an die Anwendungshinweise des Herstellers halten sollte.

Text und Bilder von Harald Zoschke


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Seite zuletzt geändert am: 15.08.2014, 05:50 von Harald

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Crash-Kurs für Chili-Gärtner 

 

Crash-Kurs-Startseite

 

Alle Links auf einen Blick

 

Teil 1: Vorbereitung

Teil 2: Aussaat bis
           Auspflanzen

Teil 3: Hege & Pflege

Teil 4: Erntezeit

Teil 5: Schädlinge,
          
Krankheiten

Teil 6: Überwinterung


 

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