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Megascoville-Produkte im Visier der Lebensmittelbehörden

Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis Lebensmittelkontrolleure sich einmal die Mega-Scoville-Produkte vorknöpfen, deren Sinn wir hier auf Pepperworld schon des öfteren in Frage gestellt haben. Im trüben November informiert das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit der Bundesländer zu einem solchen Produkt in ihrem Portal Lebensmittelwarnung.de, dass „die Flasche keinen kindersicheren Verschluss enthält und das Produkt selbst nicht ausreichend gekennzeichnet ist, ist nicht auszuschließen, dass es durch den sehr hohen Capsaicin-Gehalt des Produktes bei nicht bestimmungsgemäßem Gebrauch oder in der Hand von Kindern zu gesundheitlichen Schäden führt.

Zu einem weiteren monierten Produkt mit angeblich 11 Millionen SHU heißt es: „Das Produkt ist aufgrund seines sehr hohen Gehaltes an Capsaicin und der fehlenden Etikettierungshinweise geeignet die Gesundheit zu schädigen und wird als nicht sicheres Lebensmittel beurteilt.“

(Da hier kein Finger-Zeigen betrieben werden soll, bleiben die betroffenen Produkte ungenannt.)

Unser Shop, seit Mai 2011 unter neuer Regie, hat derlei nie angeboten, obwohl wir so oft gefragt wurden, dass wir schon vor Jahren die Antwort in die Shop-FAQ gestellt haben. Trotzdem besteht bei niemandem Grund zu frohlocken, denn bei aller Berechtigung der obigen Beanstandungen wird hier wieder einmal deutlich, wie behördlich mit verschiedenerlei Maß gemessen wird. Wo bitte ist der kindersichere Verschluss bei Spirituosen? Selbst der 80%ige Rum findet ohne Sicherung und Warnhinweise seinen Weg in die von Kindern womöglich leicht erreichbare Hausbar. Und nach den Zigaretten nebst Feuerzeug könnte sich schon der 2jährige Nachwuchs bequem vom Couchtisch recken, ganz zu schweigen vom Verschlucken von Zigarettenkippen, deren Restnikotin ihn ohne Rauch“genuss“ frühzeitig ins Jenseits befördern könnte. Im Gegensatz zu Tabak- und Alkoholindustrie hat die Chili-Nische aber keine starke Lobby, die ihre Interessen vertritt und schützt. Keine Frage, extrem scharfe Chiliprodukte gehören vor Kinderzugriff und ungewollter Überdosierung gesichert. Aber ist dies nicht auch bei Tabak und Alkohol der Fall? Was nützen Abgabebeschränkungen an Kinder, wenn diese sich zuhause bedienen können?

Zum anderen werden Chilis mal wieder ganz schnell allgemein verteufelt – ungesund, gefährlich. Böse Chilis! Die Wahrheit ist: Chilis sind neben Pfeffer weltweit das meistbenutzte Gewürz der Welt, sie werden aus gutem Grund seit Jahrtausenden verwendet, seit rund 500 Jahren auch bei uns in der Alten Welt. Die gesundheitlichen Vorzüge bei vernünftiger Verwendung sind unbestritten, hinzu kommen zahllose medizinische Verwendungen, von der Rheumasalbe bis zur Krebsbekämpfung. Im Übermaß ist von der Mohrrübe bis zum Speisesalz so ziemlich alles schädlich. Drei Muskatnüsse sind angeblich tödlich, in einer Packung Muskatnusspulver stecken wahrscheinlich fünf bis zehn davon. Warnhinweise? Sicherheitsverschluss? Fehlanzeige. Wie schwer sich die Gesetzgebung tun dürfte, für Chilischärfe eine Grenze zu ziehen oder Capsaicin zu regulieren, haben wir bereits hier beleuchtet. Ob Muskatnuss, Chilis oder was auch immer, für die vernünftige Dosierung gibt es eine natürliche Richtlinie: Gesunder Menschenverstand.

Abgesehen von korrekter Kennzeichnung sollten sich Anbieter von Megascoville-Extraktprodukten dennoch fragen, ob sie in ihrem Sortiment nicht lieber den Genuss an die erste Stelle rücken wollen. Denn eines ist unbestritten: In der richtigen Dosierung heben Chilis und Chiliprodukte den Geschmack vieler Speisen und laden zu ungeahnten kulinarischen Abenteuern ein. Essen sollte nichts mit Mutproben, Schmerz oder Qual zu tun haben. Schmecke muss!


Weiterführende Informationen auf Pepperworld:

 

--Harald Zoschke

 

 


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Seite zuletzt geändert am: 15.08.2014, 14:05 von Harald

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