PEPPERWORLD - Das Schärfste aus der Welt von Chili, Hot Sauce und Co.

Hot News Pepperworld News Archiv 2001 Hot News

Interessantes aus der Welt der Chilis

 

Kein Anspruch auf scharfe Knast-Kost: Klage abgewiesen

Oktober 2001 - Laut einer Reuters- und dpa-Meldung hat ein ein Richter in Hongkong die Klage eines chinesischen Häftlings abgewiesen, der wegen zu mild gewürzter Mahlzeiten frühzeitig entlassen werden wollte. Wie die "South China Morning Post" im September berichtete, vermißte der wegen Diebstahls verurteilte 32-jährige Mann die scharfe Küche seiner Heimatprovinz Hunan. Dabei sollte er sich inzwischen an die lasche Anstaltskost gewöhnt haben - seit 1990 saß er bereits fünfmal in Hongkong ein...


Medizin-Forschung: Cayenne-Extrakt wirkt pilzhemmend

September 2001 - Immer wieder stößt die Medizin auf weitere Einsatzmöglichkeiten für Chilis. Seit Längerem ist bekannt, dass das für die Chili-Schärfe verantwortliche Capsaicin nicht nur antibakteriell wirkt, sondern auch als Insektizid verwendet werden kann. 

Jetzt haben Wissenschaftler des Agricultural Research Service im US-Landwirtschaftsministerium (USDA) herausgefunden, dass die scharfen Schoten eine weitere wirkungsvolle Substanz enthalten, die zur Familie der Saponine gehört und diverse schädliche Pilze und Hefen abtöten kann. Das CAY-1 benannte Chili-Saponin wird zurzeit Tests bei der US-Firma MycoLogistics, Inc. (Denver, Colorado) unterzogen. Es wird auf seine Fähigkeit hin untersucht, ob es gegen den Pilz Aspergillus eingesetzt werden kann, der zum Verderb von Lebensmitteln führt. In weiteren Tests wurde der erfolgreiche Einsatz von CAY-1 gegen den Hefepilz Candida albicans demonstriert, der beim Menschen zu Infektionen zum Beispiel im Intestinaltrakt führen kann. CAY-1 konnte das Wachstum um 93% eindämmen.


Sharkbite Hot Sauce Mitarbeiter vom Hai gebissen

August 2001 - Besucher des Pepperworld Hot Shop kennen die berühmte Hot Sauce namens Captain Redbeard's Shark Bite (Hai-Biss) - jede Flasche kommt mit einem echten messerscharfen versteinerten Haifisch-Zahn. Ironischerweise wurde jetzt ein Mitarbeiter des Sharkbite-Herstellers Captain Foods (New Smyrna Beach, Florida) von einem Hai attackiert. Dylan Feindt, der 19-jährige Sohn und Angestellte des Firmeninhabers Douglas Feindt ("Captain Redbeard") nahm am 18. August in New Smyrna Beach an einem NSSA Surf-Wettbewerb teil, als der von einem 2 m bis 2.5 m langen Bullen-Hai in den linken Fuß gebissen wurde. Er wurde zur medizinischen Versorgung ins Bert-Fish-Hospital gebracht.

 

Captain Redbeard's Shark Bite Habanero Hot Sauce

 

Die Ärzte bezeichneten die Verletzung als "sauberen Biss" aus 35 bis 40 punktförmigen Wunden. Ungewöhnlich: Am selben Tag wurden ganz in der Nähe noch zwei weitere Surfer gebissen, am folgenden Tag nochmals drei. Dylan war US-weit in TV-Interviews zu sehen und erholt sich inzwischen zuhause. Er hofft brennend darauf, dass die Wunden schnell heilen, damit er bald wieder surfen kann. Alles Gute, Dylan!


Scharfe Bikes Marke "Hot Chili"

Juli 2001 - Dass nicht nur Chilis scharf sein können, sondern auch Fahrräder, stellt die Firma Hot Chili unter Beweis. Zum Beispiel mit dem Cross-Country-Teil Lite Rage, das dank superleichten Rahmens in seiner Grundausstattung nur schlappe 11,3 kg wiegt.

Die Super-Qualität hat allerdings ihren Preis; so ist es auch nicht verwunderlich, dass es auf der Hot Chili Web Site sogar eine eigene Rubrik "Gestohlen" gibt, in der Rahmennummern abhanden gekommener scharfer Bikes gelistet sind.

 

Scharfes Bike: Hot Chili

 

Im Zubehör sind auch T-Shirts, Kappen und Mützen mit dem scharfen Hot Chili Logo zu finden.


Suncoast Peppers' Currybbean Fiesta gewinnt in US-Wettbewerb

Juni 2001 - Der Hot Sauce Currybbean Fiesta gelang es, bei dem US-weiten Wettbewerb "2001 Hot Sauce and Salsa Competition" in der Kategorie "Hot Sauce/Fruit" den 3. Platz einzuheimsen. Organisiert wird dieser Wettbewerb alljährlich vom amerikanischen Lebensmittel-Fachblatt Food Distribution Magazine, und Jahr für Jahr  kämpfen hunderte Produkte um die begehrten Trophäen. Currybbean Fiesta ist eine Kreation aus tropischen Früchten, Curry und Habanero-Chilis. Diese Soße ist relativ mild und eignet sich besonders für Geflügel, Fischspeisen, Reisgerichte sowie vegetarische Rezepte. Ersonnen wurde Currybbean Fiesta von Harald und Renate Zoschke, während sie in den USA lebten. Zusammen mit den  weiteren Soßen ihrer damaligen US-Firma Suncoast Peppers, Inc. wird Currybbean Fiesta in den USA jetzt unter der Flagge einer US-Firma in Ohio gefertigt und vertrieben.

 

Currybbean Fiesta

Prämiert:Currybbean Fiesta Hot Sauce

 


Holländer baut in Brandenburg Paprika an - im großen Stil

Mai 2001 - Zur Capsicum-Gattung gehören bekanntlich nicht nur die mehr oder weniger scharfen Chilis, sondern auch Paprika. Denkt man an Paprika, fällt einem als erstes die holländische Großproduktion ein, die unsere Supermärkte dominiert. Jetzt hat sich aber ein deutscher Betrieb in der Oderbruchgemeinde Wollup (Brandenburg) zum Ziel gesetzt, zumindest einen Teil des hiesigen Marktes mit deutscher Ware zu versorgen: Im Januar wurden 24 000 Paprikapflanzen gesetzt; im Gewächshaus sollen sie bis zu drei Meter groß werden - unter Leitung eines hölländischen Spezialisten. Die erste Ernte hat begonnen; sie soll noch in diesem Jahr bereits 200 Tonnen betragen - nicht schlecht für eine (Gewächshaus-) Anbaufläche von 0,75 Hektar. Mehr dazu in einer dpa-Meldung, die unter anderem unter folgenden Adressen zu finden ist:

http://www.owl-online.de/service/ernaehrung/hintergrund/bdt-paprika_44358.html

(OWL-Online, gemeinsamer Onlinedienst verschiedener Zeitungen der Region Ostwestfalen-Lippe)

Paprika - Archivbild Harald Zoschke

Knackig-frische Paprika: Jetzt auch aus Deutschland.


Markenschutz für zwei europäische Chili-Sorten

Seit langem genießen bestimmte Lebensmittel internationalen Markenschutz aufgrund ihres Herkunftsgebietes. So müssen zum Beispiel Nürnberger Bratwürste aus Nürnberg kommen, Roquefort-Käse aus Roquefort, und echter Champagner aus der Champagne. Allein in der EU gibt es rund 500 Produkte, denen die jeweiligen regionalen Besonderheiten - Tradition, bestimmte Rohstoffe und Herstellungstechniken - einen solchen Status verleihen, und laufend werden es mehr. Chili-Fans wird es freuen, daß auch zwei Pepper-Spezialitäten dieses Privileg genießen.

Das erste Produkt ist Pimenton de La Vera, ein pikantes Paprikapulver aus der westspanischen Provinz Extremadura. Ähnlich wie Chipotle werden rote reife Schoten durch Räuchern über Eichenholz getrocknet. Dann werden sie auf traditionelle Weise zwischen Mühlsteinen fein gemahlen. In Spanien wird das Pulver zum Würzen von Wurst- und Fleischwaren verwendet; es soll jedoch auch den Geschmack von Fisch- und vegetarischen Gerichten heben, so die amerikanische Lebensmittel-Journalistin  Nancy Harmon Jenkins. Seit Inkrafttreten des Namensschutzes vor fünf Jahren habe sich die Produktion verdreifacht.

 

Espelette-Pulver  Espelette Purée

Espelette-Pulver und -Purée

 

Erst 1999 erhielt Piment de Espelette Namensschutz, eine Chili-Sorte, die seit Jahrhunderten in Espelette im baskischen Teil Südwest-Frankreichs angebaut wird. Die Chilis sind eine wichtige Zutat für regionale Traditionsgerichte wie "Piperade", "Axoa d’Espelette" und "Emince de Veau aux Piments". Ähnlich wie in New Mexico trocknen im milden Klima von Espelette die Chilis an der Luft, außen an den Häusern der malerischen Kleinstadt. Ein großer Teil der getrockneten Schoten wird zu Pulver gemahlen, das sich durch eine orange-rote Farbe und einen milden, sehr aromatischen Geschmack auszeichnet (es wird in Kürze auch im Pepperworld Hot Shop zu bekommen sein). Die frischen Schoten werden zu Purée de Piment d'Espelette verarbeitet. [Update 2005: Siehe unseren ausführlichen Espelette-Bericht!]


Rekord-Besucherzahlen bei der Fiery Foods Show

Vom 2. bis 4. März fand in Albuquerque, New Mexico zum dreizehnten Mal die National Fiery Foods and Barbecue Show statt. Mehr als 175 Aussteller zeigten auf dieser Fachmesse alles rund ums Thema Chilis. Während der erste Freitag traditionell Fachbesuchern vorbehalten ist, sind die beiden darauffolgenden Wochendend-Nachmittage auch für die Öfentlichkeit zugänglich. Und die strömte wieder einmal reichlich - rund 12000 Besucher drängten sich durch die Gänge, um an den Ständen zu kaufen und zu probieren. Extrem-Soßen durften - wie schon in den vorangegangenen zwei Jahren - nicht auf Chips, sondern nur vorsichtig dosiert auf Zahnstochern verkostet werden. Ihr Pepperworld Team war vor Ort, und hat diverse neue Produkte für den Pepperworld Hot Shop entdeckt - und jede Menge fotografiert.

Texas-Roller

Texanisches Messe-Fahrzeug auf
 der National Fiery Foods Show

 

Harald Zoschkes Fotobericht von der Show finden Sie auf der Fiery Foods SuperSite (Web Site des Fiery Foods Show Veranstalters)


Deutsche Post veröffentlicht Chili-Briefmarke

Deutsche Chili-Fans haben jetzt ihre eigene Briefmarke! Zum 500. Geburtstag des Medizinprofessors Leonhard Fuchs zeigt das im Januar 2001 erschienene Sonderpostwertzeichen (Wert: 100 Pf/0,51€) eine Zeichnung des von ihm entdeckten "Indischen Pfeffers". Es handelt sich dabei um ein Faksimile aus dem "New Kreüterbuch".

Bald nach der Entdeckung durch Kolumbus, wie Leser von Das Chili Pepper Buch wissen, machten sich viele Europäer daran, die von ihm mitgebrachten fremden Pflanzen zu erforschen und zu dokumentieren. Zu den ersten Deutschen, die sich der Chilis annahmen, gehörte Leonhard Fuchs, nach dem übrigens auch die Fuchsien benannt sind (kein Scherz!)

 

Chili-Marke (Deutsche Post, Januar 2001)

Chili-Briefmarke zum 500. Gebutrtstag von Leonhart Fuchs

 

Nur 50 Jahre nach der Entdeckung der Neuen Welt durch Kolumbus erstellte Fuchs an der Uni Tübingen die ersten genauen gestochen scharfen Illustrationen von Pepper-Pflanzen. Neben Wurzel- und Blattwerk sowie Blüten zeigen sie bereits lange spitze Schoten, wie man sie auch heute kennt. Kontext und die Betitelung als "Indianischer Pfeffer" machen jedoch deutlich, daß er die Pflanze für indischen Ursprungs hielt. Der Rest ist Geschichte. Auf jeden Fall ein dickes Dankeschön an die Deutsche Post, und an Chili-Fan Holger Gruber, der uns auf die Marke aufmerksam machte. Geheimtipp: An diversen Postämtern ist die Marke bereits ausverkauft!!!


Gummibärchen, aufgepasst: Die Weingummi-Chilis kommen!

Dass das Interesse an hot & spicy auch in Deutschland zunimmt, ist nicht nur an den diversen mit Chili "aufgepepperten" Knabber-Chips zu erkennen. Die auf Weingummi spezialisierte Firma Bären-Treff hat ihr Sortiment kürzlich um Gummi-Chilis ergänzt. Wir haben uns welche in der BT-Filiale in Kiel gekauft (Holtenauer Str. 106). Die "Hot Chili Peppers Extra Scharf" sind tatsächlich pikant. Das Etikett listet als Aromastoffe zwar nur "Aroma", doch die leckeren Chilis schmecken eindeutig nach Pepper-Extrakt; kann man sich dran gewöhnen.

 

Gummi-Chilis

Weingummi-Chilis aus deutschen Landen

 

News Update Herbst 2006: Das lassen sich die Bärchen nicht gefallen. Jetzt gibt's Bissige Bärchen mit Habanero - siehe News 2006


Deutscher Pepperworld Hot Shop öffnet seine virtuellen Türen

Januar 2001 - Das lange Warten deutscher Chili-Fans ist vorbei: Als erster deutscher Online-Laden speziell für Liebhaber von Chili Peppers und "Fiery Foods" öffnet im Januar 2001 der Pepperworld Hot Shop in Deutschland seine Pforten. Wie der Name vermuten lässt wird er von den Machern der Chili-Website www.pepperworld.com  betrieben, die sich dem Thema Chili, Paprika & Co. bereits seit 1997 widmet. Für mehrere Jahre führten die Shop-Inhaber Harald und Renate Zoschke in den USA einen "Hot Shop", sowohl als Ladengeschäft als auch im Internet. Außerdem kreierten sie dort ihre eigene erfolgreiche Hot-Sauce-Line.

 

    

 

Für den deutschen Vertrieb kehrten sie in die alte Heimat zurück und gründeten hier die Firma Suncoast Peppers GmbH. "Wir bekamen aus Deutschland so viele Anfragen und Bestellungen", daß wir uns entschlossen, unsere Landsleute direkt vor Ort zu versorgen, sagt Suncoast-Peppers-Geschäftsführer Harald Zoschke; "von unserer in den USA gesammelten Erfahrung können jetzt hiesige Chili-Anhänger profitieren". Das Sortiment umfaßt ausgewählte Hot-Sauce- und Salsa-Spezialitäten, pikante Gewürze und Dip-Mischungen, getrocknete Chili-Schoten, Chili-Saat für Hobby-Gärtner und Zubehör. Zur erhältlichen Literatur gehört auch "Das Chili Pepper Buch" von Harald Zoschke, ein umfassendes Werk zum Thema "scharfe Schoten". Die Produktpalette wird laufend um weitere "heisse Ware" ergänzt.


Chili-Forscher Dr. Paul Bosland erhält Ig Nobel Prize

Daß Wissenschaft und Forschung nicht immer tierisch ernst sein müssen, stellt jedes Jahr die Harvard-Universität unter Beweis. Dann ehrt die renommierte Uni mit dem "Ig Nobel Prize", einer Art Anti-Nobel-Preis, diejenigen, deren Leistungen "nicht wiederholt werden können oder sollten", und versucht damit, die Öffentlichkeit für Wissenschaft zu interessieren (siehe http://www.improbable.com/). 

So ging der Friedenspreis bereits einmal an den Entwickler einer flammenwerfenden Auto-Alarmanlage, und der Umweltpreis wurde für den selbstparfümierenden Geschäftsanzug vergeben. Unerwartete Ehre wurde im Herbst '99 Dr. Paul Bosland zuteil, dem Direktor des Chile Pepper Institute der Universität von New Mexico. Ihm wurde der Ig Nobel Prize für Biologie verliehen, und zwar für die Züchtung der Jalapeno-Chili-Sorte "NuMex Primavera". Gegenüber herkömmlichen Jalapenos zeichnet sich seine Sorte dadurch aus, dass sie praktisch völlig unscharf ist - so ungefähr ist das vergleichbar mit alkoholfreiem Whisky. Im Gespräch mit Renate Zoschke erzählt Bosland augenzwinkernd: "Der Wahnsinn hat natürlich Methode. Ich will, dass Ihr alle zu Chiliheads werdet, darum mach ich die Dinger erst einmal ganz zahm. Dann findet Ihr Geschmack daran, sie zu essen. Dann mach ich sie ein wenig schärfer, und Ihr eßt immer mehr davon. Und ehe Ihr's merkt, verspeist Ihr alle dann die wirklich scharfen Chilis!"

 

Dr. Paul Bosland und Renate Zoschke      Jalapeno-Sorte "NuMex Primavera"

Renate Zoschke zu Besuch bei Dr. Bosland, Direktor des
Chile Pepper Institute der New Mexico State University).
Daneben die Jalapeno-Sorte "NuMex Primavera"

 

Tatsächlich hat die Züchtung des schärfelosen Jalapeno-Chilis, die  sechs Jahre dauerte, einen ernsthaften Hintergrund: Alle Chilis sind - je nach Umwelt- und Anbaubedingungen - in ihrer Schärfe starken Schwankungen unterworfen. Die Industrie verlangte nach einer sehr milden Variante, die dann in den damit hergestellten Produkten durch Zugabe von Chili-Extrakt verläßlich auf den jeweils benötigten Schärfegrad eingestellt werden kann.

Konsistenz und Aroma von "NuMex Primavera" sind mit herkömmlichen Jalapenos praktisch identisch; Pepperworld wird noch eingehend über diese neue Sorte berichten.


Der schärfte Chili der Welt?

Im September 2000 schickte uns ein Chili-Kollege einen Zeitungsausschnitt aus dem International Herald Tribune. Unter der Überschrift Assam Chile names Hottest in the World" berichtete die AP-Meldung über eine indische Chili-Sorte, die an den nordöstlichen Hügeln des Tee-Gebietes Assam angebaut wird und angeblich einen neuen Schärfe-Weltrekord aufstellt. Sagenhafte 855.000 Scoville-Einheiten hätte der Test der Sorte "Naga Jolokia" ergeben, verglichen mit  577.000 Einheiten für die kalifornische Habanero-Variante "Red Savina", die es 1994 als schärfster Chili der Welt ins Guinness Buch der Rekorde schaffte ("normale" Habaneros bringen es auf 100.000 bis 300.000 Scoville-Einheiten). Der hohe Wert wurde von S.C. Das angegeben, dem stellvertretenden Direktor des Verteidigungs-Forschungslabors der Stadt Tezpur.

Diese Meldung wurde auch auf Dave DeWitt's Fiery Foods SuperSite veröffentlicht, und rief, wie zu erwarten, Frank Garcia auf den Plan. Garcia ist der Züchter von "Red Savina". Es wäre äußerst unwahrscheinlich, daß ein Chili der Gattung Capsicum frutescens eine derartige Schärfe entwickelt, sagte Garcia in einem Interview mit "Pepper-Papst" Dave DeWitt. In der Tat zeigt diese Gruppe, zu der unter anderem Tabasco und Cayenne gehören, typischerweise erheblich niedrigere Scoville-Werte als Capsicum chinense, der neben Habaneros auch "Savina" angehört (siehe Brenn-o-meter). Auch hält Garcia es für merkwürdig, dass der von den Indern für Red Savina zum Vergleich angegebene Wert exakt dem entspricht, was das US-Labor seinerzeit gemessen hatte. Garcia wies darauf hin, daß der Schärfewert stark von Faktoren wie Bodenbeschaffenheit und Feuchtigkeitsniveau abhängt, und daher von Test zu Test zwangsläufig Schwankungen auftreten. Weiterhin führte er aus, daß sein Rekord-Halter bereits zuvor herausgefordert wurde. Im Labortest stellte sich in einigen Fällen jedoch heraus, daß die Muster mit Oleoresin (hochkonzentrierter Chili-Extrakt) präpariert waren und disqualifiziert werden mußten. Möglich wäre aber alles, räumte Garcia ein; um zu sehen, welcher der schärfere ist, sollten deshalb amerikanische Labors sowohl den indischen Chili als auch Red Savina einheitlich testen.

Die indischen Wissenschaftler beschreiben den "Naga Jolokia" als einen ca. 5 cm langen Chili mit ca. 12 mm Durchmesser. Die Bevölkerung von Assam verzehrt ihn angeblich schon seit Jahrhunderten (Anmerkung: Wir haben frische Red-Savina-Schoten selbst probiert - in eine noch schärfere Schote zu beißen, würde Überwindung kosten). 

Die ursprüngliche Meldung erschien übrigens im Journal ‘Current Science" vom 10.8.2000 siehe bei Interesse hier (PDF). Dave DeWitt beklagt den Mangel an Details in der Methodik, mit der die Scoville-Einheiten mittels HPLC (High Performance Liquid Chromatography) ermittelt wurden. Er bat den renommierten Chili-Experten Dr. Paul Bosland von der New Mexico State University, den Bericht zu lesen und zu kommentieren.

Zwei Faktoren machen ihn stutzig, antwortete Bosland. Zum einen ist niemals von einer Kalibrierung des HPLC-Gerätes die Rede. Normalerweise erstellt man eine Capsaicin-Lösung bekannter Konzentration und gleicht das Gerät damit ab. Woher soll man sonst wissen, so Bosland, ob nicht alle Proben 100.000 Einheiten zu hoch gemessen wurden? Zum anderen sei die Vorbereitung der vorbereiteten Chili-Proben zweifelhaft. Er hinterfragt, ob die Schoten vor und nach dem Extrahieren gewogen wurden, und ob Samen, Fruchtfleisch und Zwischenwände (d. h. die komplette Schote) zusammen vermahlen wurden.

Unter dem Licht von Dr. Boslands Skeptik wiederholt DeWitt seinen Appell an die indischen Wissenschaftler, Muster des "Tezpur"-Chili zur Untersuchung durch zwei US-Labors zur Verfügung zu stellen. Frank Garcia hat sich schon bereit erklärt, seinerseits Muster seiner "Red Savina"-Chili zum "schärfsten Chili-Wettkampf aller Zeiten" bereitzustellen. Das könnte interessant werden - wir bleiben am Ball und informieren Sie hier, sobald es Neuigkeiten gibt!

News Update Oktober 2001: Trotz mehrfacher Anfrage liegen US-Experten fast ein Jahr später noch immer keinerlei Testexemplare vor.

News Update April 2004: Daran hat sich unseres Wissens auch bis heute nichts geändert.

News Update April 2005: Es tut sich was... in Kürze mehr!

News Update November 2006: Endlich Klarheit! Siehe hier!


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Seite zuletzt geändert am: 11.02.2010, 19:07 von Admin

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