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Interessantes aus der Welt der Chilis Mit Chilis gegen Termiten August 2003 - In den USA sind besonders im Süden des Landes Termiten ein ernsthaftes Problem - sie befallen und zerstören Häuser reihenweise, oft komplette Straßenzüge. Da hilft nur "Pest Control", auf Ungezieferbekämpfung spezialisierte Firmen. Einem Bericht der New York Times zufolge erhielt Pest-Control-Inspektor Robert H. Neumann von der kalifornischen Franz Termite Control im Februar 2003 sein drittes Patent zur Verwendung von Capsaicin als natürliches Pestizid. Inspiriert von den Schilderungen eines Polilzisten über den Einsatz von Pepper Spray zur Überwältigung Krimineller braute er daheim eine Chili-Pepper-Mischung, mit der er testweise Termiten besprühte. Das Ergebnis: die lästigen Insekten starben sofort. Neumanns Patente bilden jetzt jetzt die Grundlage für seine eigene Biopestizid-Firma: Kapto Inc. erwartet schon in wenigen Monaten die Freigabe der neuen scharfen Insektenvernichter durch die Umweltbehörde.
Termiten wird jetzt mit Chili-Schärfe zuleibe gerückt
Vanilloid-Rezeptor TRPV1 antwortet nicht: Juni 2003 - Es ist immer dasselbe, wenn Chiliheads sich treffen und scharfe Sachen probieren: Was der eine noch als mild erachtet, sorgt bei anderen schon für rauchende Rachen. Chili-Schärfe, hervorgerufen durch deren Inhaltsstoff Capsaicin, wird also offensichtlich unterschiedlich intensiv empfunden. Findige Forscher der University of California (San Francisco) sind dem Grund dafür jetzt auf die Spur gekommen. Im Mund trifft das Capsaicin auf Rezeptoren, unter anderem den Schärferezeptor TRPV1 (klingt das nicht irgendwie nach R2D2?) Im Normalzustand, so die Wissenschaftler, ist TRPV1 von einem Lipid namens PIP2 blockiert. Kommt dieses fettähnliche PIP2-Molekül jedoch mit Capsaicin in Kontakt, löst sich die Bindung zu diesem Rezeptor, und dem Gehirn wird Schärfe-Schmerzempfindung gemeldet.
TRPV1 und PIP2 - dem Brennen auf der Spur
Weiterhin entdeckten die Kalifornier, dass die Stärke der Bindung zwischen TRPV1 und PIP2 individuell unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Eine Rolle spielen hier genetische Faktoren, aber auch Medikamente können die Bindung (und damit das Schärfeempfinden) beeinflussen. Die Vermutung liegt nahe, dass die Toleranz, die man durch durch regelmäßiges Essen chilischarfer Gerichte entwickelt, ebenfalls über die Stärke der TRPV1/PIP2-Bindung "gespeichert" wird. Suncoast Peppers (Pepperworld) zieht um! Mai 2003 - Im Juli verlegen die Pepperweltler Wohnsitz und Firma von Schönberg (Holstein) nach Kressbronn (Baden-Württemberg). Dies ermöglicht eine Erweiterung der Hot-Shop- und weiterer Chili-Aktivitäten. Während der Umzugsphase und kurz danach werden Lieferverzögerungen leider unvermeidlich sein. Chilis verlängern die Haltbarkeit von Hackfleisch Februar 2003 - Seit Jahrhunderten verwenden Menschen der unterschiedlichsten Kulturen scharfe Chilis nicht nur zum Würzen, sondern - mehr oder weniger bewußt - auch zur Verbesserung der Haltbarkeit von Speisen, insbesondere Fleisch. Neben pilzhemmenden Eigenschaften (siehe News-Archiv 2001) ist auch die recht ausgeprägte bakterienhemmende Wirkung der scharfen Schoten schon seit Langem bekannt.
Länger frisch mit Chilis: Burger-Buletten
Einen weiteren Beweis dafür liefern Forschungsergebnisse der Wissenschaftler um Pedro Roncales von der Universität Saragossa (Spanien). Die Haltbarkeit roher Burger-Buletten aus Rinderhack läßt sich, so die Forscher in der Februarausgabe der Fachpublikation Journal of the Science of Food and Agriculture, durch Hinzugabe scharfen Chilipulvers erheblich verbessern. In einer Versuchsreihe wurden dazu Burgerfleisch-Portionen jeweils mit Tomatenextrakt, mildem Paprikapulver oder scharfem Cayenne-Pulver versetzt und bei 2 ± 1 °C gelagert. Beobachtet wurden Keimzahl, Farbveränderungen und sensorisch der Geruch der Proben. Es zeigte sich, dass die Haltbarkeit von 4 auf 16 Tage verlängert werden konnte; dabei hatten das scharfe Cayenne-Pulver gegenüber dem milden Paprikapulver und vor im Vergleich zum Tomatenextrakt bei weitem den besten antioxidativen und antibakteriellen Effekt. Auch beim Chili con Carne dürfte dies früher eine Rolle gespielt haben. Der nicht von Mexikanern, sondern von texanischen Cowboy-Pionieren erfundene scharfe Rindfleisch-Eintopf hielt sich durch die Zugabe der Chilis vermutlich einfach besser, zumal es damals keine Kühlung gab. Heilen mit Gewürzen: Sonderschau in Spicy's Gewürzmuseum Januar 2003 - Seit jeher ist der Hamburger Hafen der wohl bedeutendste Gewürz-Umschlagsplatz der Welt. Hier ist auch Spicy's Gewürzmuseum zuhause ist, das sich im vergangenen Jahr 107000 Besucher anschauten. Vom 11.1.03 bis 30.3.02 findet dort zusätzlich zu den rund 800 Exponaten eine Sonderschau statt, die die natürlichen Heilwirkungen der Kräuter und Gewürze vermitteln soll. Da den Chilis in Medizin und Gesundheit seit tausenden Jahren eine besondere Bedeutung zukommt, hat Pepperworld im Museum auch in diesem Jahr wieder Vitrinen und Schautafeln eingerichtet, die ebenfalls bis zum 30.3.02 zu sehen sind.
Blick in eine der Pepperworld-Vitrinen auf der Sonderschau
Außerdem findet bei Spicy's zu diesem Thema am 15./16. März ein "Aktions-Wochenende" statt, zu dem diverse Kräuter- und Gewürz-Anbieter im Museum Verkostungen und Vorführungen anbieten, ausserdem können diverse Produkte gekauft werden. Weitere Infos:
Spicy's Gewürzmuseum: www.spicys.de
Aerosmith-Gitarrist Joe Perry komponiert Hot Sauce Januar 2003 - Seit ihrer Kindheit lieben alle Aerosmith-Bandmitglieder scharfes Essen, besonders Sänger Steven Tyler und Gitarrist Joe Perry: Auf Tour haben sie backstage immer ein paar Flaschen Hot Sauce dabei, erzählte Perry kürzlich Dave DeWitt, Herausgeber des Fiery Foods & Barbecue Magazine.
In der Rockmusic-Szene sind Chiliheads keine Seltenheit; als Chili-Liebhaber bekannt sind zum Beispiel Ian Anderson (Jethro Tull) und Sammy Hagar. Sammy verarbeitet das scharfe Thema sogar auf seiner CD "Red Voodoo". Habanero-Sorte NuMex Suave offiziell freigegeben Januar 2003 - Wie bereits im März 2002 berichtet (siehe Archiv), gelang im Chili Pepper Institute der New Mexico State University die Züchtung einer neuen Habanero-Variante, die das sortentypische, unvergleichliche fruchtige Aroma hat, aber trotzdem mild ist (normalerweise sind Habaneros die schärfsten Chilis der Welt). ‘NuMex Suave’ hat nur 500 bis 800 Scoville-Einheiten (spanisch suave = "weich"). Auf der Brenn-o-meter Skala entspricht dies dem Schärfegrad 1 bis 2 (zum Vergleich: "normale" Habaneros haben den Spitzen-Schärfegrad 10).
NuMex Suave Red und NuMex Suave Orange:
Nachdem uns das Institut im Frühjahr 2002 eine kleine Menge der hoch aromatischen milden Habanero-Neuzüchtung zur Verfügung stellte, haben wir die Sorte testweise angebaut und sind begeistert. Die Pflanzen wachsen gut und die Schoten werden prächtig. Schneidet man sie auf, schnuppert man das volle Habbi-Aroma - dem Geruch nach müssten sie schneidend scharf sein. Beißt man jedoch hinein, gibt´s überraschenderweise nur Geschmack, und minimale Schärfe. Auf diese Weise kann man z. B. fruchtigen Salsas und Soßen aus geschmacklichen viel mehr Habanero-Chilis hinzufügen, ohne dass diese unerträglich scharf werden. Auch mit Käse gefüllt und gegrillt sind sie ein echter Leckerbissen. Angeblich haben bereits namhafte US-Suppen- und Ketchup-Hersteller reges Interesse an den milden Gourmet-Habbis angemeldet. Für die Saison 2003 erfolgte nun die kommerzielle Freigabe der Saat, und wir freuen uns, sie im Pepperworld Hot Shop weltweit als einer der ersten anbieten zu können. Es gibt zwei Versionen: "NewMex Suave Red" und "NuMex Suave Orange" Hot News Archiv 2002 - Kühe als Chiliheads, 130 Jahre alte Tabasco-Flaschen: Worüber wir letztes Jahr so berichteten. Seitenanfang Seite zuletzt geändert am: 16.07.2011, 13:09 von Admin |
![]() Neueste PepperNewsChili-Professor erfindet das Rad neu Scharfes Jubiläum: 100 Jahre Scoville-Einheiten Bhut Jolokia Chilis in britischen Supermärkten |
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